Thomas Anders bringt die neuen Modern-Talking-Hits nach Bad Nenndorf

Im Interview spricht der Sänger über das Jubiläumsprojekt, neue Arrangements und die Chancen und Risiken von KI.
Bad Nenndorf. Am Samstag, 25. Juli, gastiert Thomas Anders mit seiner Show „Thomas Anders sings Modern Talking – The 1st Album“ auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Nenndorf. Fans dürfen sich auf die größten Modern-Talking-Hits in einem neuen, zeitgemäßen Sound freuen. Für das Konzert sind noch Tickets erhältlich.
Vor seinem Auftritt in Bad Nenndorf gab Thomas Anders unserer Zeitung ein telefonisches Interview und sprach über das 40-jährige Jubiläum von Modern Talking, die neu aufgenommenen Alben, seine musikalische Entwicklung und die Rolle von KI in der Musik.
Zum Jubiläum von Modern Talking entstand ursprünglich die Idee einer klassischen Best-of-Veröffentlichung. Doch gemeinsam mit Produzent Christian Geller entwickelte Anders ein deutlich umfangreicheres Projekt.
„Da ich heute die Stimme von Modern Talking bin, lag es nahe, das erste Album komplett neu einzusingen“, erklärt der Sänger. Die Arbeit habe so viel Freude bereitet, dass schließlich alle sechs ersten Modern-Talking-Alben neu produziert wurden. Bereits ein Jahr zuvor begannen die Aufnahmen, sodass im Jahr 2025 im Abstand von jeweils zwei Monaten alle sechs Alben veröffentlicht werden konnten.
Der Klang der 80er – mit moderner Technik neu erschaffen
Die größte Herausforderung bestand laut Anders darin, den unverwechselbaren Charakter der Originale zu bewahren und gleichzeitig den heutigen Hörgewohnheiten gerecht zu werden.
Gemeinsam mit Christian Geller analysierte das Team dafür die prägenden Elemente jedes einzelnen Songs. So seien etwa die markanten Keyboardklänge von „You’re My Heart, You’re My Soul“ oder der charakteristische Panflöten-Sound von „Cheri Cheri Lady“ detailgetreu mit moderner Studiotechnik neu eingespielt worden.
„Heute ist Musik deutlich bass- und drumlastiger als vor 40 Jahren. Deshalb klingen die Songs wie frisch produziert und vermitteln trotzdem sofort das typische 80er-Jahre-Gefühl“, sagt Anders.
Nach Abschluss des Jubiläumsprojekts sei zunächst keine Fortsetzung geplant. Sechs Alben innerhalb eines Jahres zu veröffentlichen, sei außergewöhnlich gewesen und habe einen enormen Aufwand bedeutet. Neben den Aufnahmen gehörten umfangreiche Promotion sowie Musikvideodrehs zu jeder Veröffentlichung.
Auch persönlich hat sich sein Blick auf einige Titel verändert. Besonders den Song „You And Me“ nimmt Anders heute anders wahr als noch in den 1980er-Jahren.
„Durch die neuen Gitarren und das etwas höhere Tempo wirkt der Titel heute unglaublich kraftvoll. Das hat bei mir ganz neue Gefühle ausgelöst.“
Mit den Neuaufnahmen möchte Anders nicht nur langjährige Fans ansprechen, sondern auch eine jüngere Generation für die Musik begeistern.
„Die Botschaft ist dieselbe wie damals: Habt Spaß, feiert das Leben und tanzt. Modern Talking wollte nie tiefgründige Botschaften vermitteln, sondern einfach Freude bereiten.“
Auch zur Entwicklung künstlicher Intelligenz in der Musikbranche äußerte sich der Sänger offen. Angst vor KI habe er nicht.
„Man kann Entwicklungen nicht aufhalten. Deshalb muss man lernen, mit ihnen zu leben.“
Dennoch sieht Anders klare Grenzen. Zwar könne künstliche Intelligenz Melodien und Stimmen nachbilden, echte Emotionen seien jedoch weiterhin menschlich.
Besonders kritisch betrachtet er die Möglichkeit, Stimmen originalgetreu zu kopieren und damit Musik zu veröffentlichen.
„Wenn Stimmen perfekt reproduziert werden können, muss KI-generierte Musik eindeutig gekennzeichnet werden. Sonst werden falsche Tatsachen vorgetäuscht. Ich möchte jedenfalls nicht, dass meine Stimme ohne meine Zustimmung genutzt wird.“
Wer die neuen Versionen der Modern-Talking-Klassiker live erleben möchte, hat dazu am Samstag auf dem Gelände der Landesgartenschau in Bad Nenndorf Gelegenheit. Thomas Anders verspricht einen Konzertabend voller bekannter Hits, neuer Arrangements und jeder Menge 80er-Jahre-Gefühl. Für die Veranstaltung sind weiterhin Tickets erhältlich.
Foto: by IDa
