Badrenovierung: Sinnvolle Maßnahmen und deren Kosten

Badrenovierung: Sinnvolle Maßnahmen und deren Kosten

Das Bad ist längst keine Nasszelle mehr. Es ist für die meisten Menschen zu einem Wohlfühlort geworden, der durchaus einen kleinen Mittelpunkt des täglichen Lebens darstellt. Doch nutzt sich ein Bad mit der Zeit ab, sodass eine Renovierung notwendig wird. Aber welche Kosten kommen im Schnitt auf den Badbesitzer zu und welche Maßnahmen sind notwendig oder angebracht?

Badrenovierung: Sinnvolle Maßnahmen und deren Kosten
Deutschen ist Badezimmer offenbar immer wichtiger. Wir sind jedenfalls bereit, viel Geld zu investieren. Quelle: © smava GmbH

Sinnvolle Maßnahmen

Die Frage nach den sinnvollen Maßnahmen ist sicherlich individuell. Letztendlich lassen sich Maßnahmen jedoch grob in zwei Kategorien einteilen:

  • Nutzbarkeit – das sind die Maßnahmen, die die Optik zuerst in den Hintergrund stellen, dafür aber die Nutzbarkeit des Bades hinsichtlich der Barrierefreiheit, der Leitungen und Bauteile sicherstellen. Der Austausch der veralteten Zuleitungen fällt hier ebenso herunter wie der Einbau einer ebenerdigen und altersgerechten Dusche.
  • Optik – vorab: Sie geht meist einher mit der Nutzbarkeit. Veraltete Armaturen, Fliesen, aber auch eine für die heutige Zeit nicht mehr durchdachte Aufteilung des Raumes fallen in diesen Bereich.

Die meisten Hausbesitzer vereinen beide Faktoren. So werden heute Badmodernisierungen fasst immer barrierefrei geplant, denn ebenerdige Duschen und altersgerechte Badewannen gehören quasi zum Bild des modernen Bades. Im Fachbereich gibt es zusätzlich zu den oberen Kategorien noch weitere:

  • Badrenovierung – die Erneuerung oder Wiederherstellung von Einbauten. Diese Renovierung konzentriert sich auf Einzelbereiche.
  • Badmodernisierung – die Umrüstung auf moderne Badelemente und die Installation neuer Technik gehören in diesen Bereich.
  • Badsanierung – das gesamte Bad wird neu- und umgestaltet.

Kosten einer Badrenovierung

Zuallererst muss gesagt werden, dass die Kosten nicht nur variieren können, sondern dass es nach oben hin praktisch keine Grenze gibt. Die Grundlage für die Kosten wird von den geplanten Arbeiten, ihrem Umfang und natürlich von den gewählten Materialien beschrieben. Wie die obige Grafik zeigt, variieren die von Verbrauchern geplanten Maßnahmen recht stark und so können auch die Kosten variieren. Es gibt jedoch einige entscheidende Kostenfaktoren bei der Badrenovierung:

  • Armaturen/Möbel – die meisten Menschen nutzen diese Möglichkeit, um das Bad zu renovieren. Dabei muss in dem Schaubild beachtet werden, dass auch Mieter gefragt wurden. Doch schon bei Badmöbeln und den Armaturen im Bad ist die Preisspanne groß. Es gibt Kompletteinrichtungen für unter 200,00 Euro, aber auch für über 10.000 Euro.
  • Waschbecken – hier ist zu unterscheiden zwischen Hängewaschbecken und Standwaschbecken, die in einem integrierten Schrank liegen oder auf diesem stehen. Die Preisspanne ist wiederum unterschiedlich. Es gilt: Desto moderner und zeitgemäßer die Form, umso teurer.
  • Modernisierung – wer das Bad barrierefrei gestalten möchte, der muss im Schnitt mit knapp 10.000 Euro rechnen. Günstiger ist es, wenn Vorarbeit geleistet wird oder wenn Leitungen nicht neu verlegt werden müssen. Zu bedenken ist, dass allein beim Einbau der ebenerdigen Dusche Nebenarbeiten anfallen, da neu gefliest werden muss. Sind die alten Fliesen nicht erhältlich, muss das ganze Bad neu gefliest werden.
  • Sanierung – die Rundumsanierung des Bades fängt meist bei 10.000 Euro an. Ausnahmen gibt es erneut, wenn Eigenleistungen erbracht werden. Da zu dieser Sanierung auch der komplette Austausch der Leitungen und Rohre gehört, wofür die Wände aufgestemmt werden müssen, sind die Kosten hoch.

Der Umfang der Arbeiten beschreibt letztendlich die Kosten. Wer nur ein neues Waschbecken samt Armatur und Möbel anstrebt, der benötigt oft nicht einmal einen Handwerker, da die Armatur selbst angeschlossen werden kann und auch die Aufhängung des Waschbeckens selbsterklärend ist. Wer hingegen eine Duschwanne herausreißen und eine ebenenerdige Dusche einbauen möchte, der ist vielfach auf Hilfe angewiesen. Die Problematik liegt weniger in der Installation als in der Abdichtung. Wasser sucht sich seinen Weg und wer den Duschboden nicht allseitig perfekt abdichtet, der wird früher oder später einen Wasserschaden vorfinden.

Wie lässt sich das Ganze finanzieren?

Abseits der einfachen Reparaturmaßnahmen ist die Badmodernisierung ein teures Unterfangen. Hausbesitzer können die benötigte Summe ansparen, oder aber, sie setzen auf spezielle Förderungen:

  • Förderdarlehen – sie sind zwar eigentlich nur für energetische Sanierungen vorgesehen, doch bietet die Kfw-Bank spezielle Förderangebote für die barrierefreie Umgestaltung des Bades. Um die Darlehen nutzen zu können, müssen allerdings genaue Vorgaben erfüllt werden. Die Darlehen beschränken sich auch nicht ausschließlich auf die Bäder, sondern können sämtliche Türen und Zugänge zum Haus miteinschließen.
  • Modernisierungskredit – für Eigenheimbesitzer ist dieser Kredit eine gute Option. Er wird ohne eine erneute Eintragung im Grundbuch vergeben und der Eigenheimbesitz genügt als Nachweis. Die Konditionen sind sehr günstig. Allerdings ist dieser Kredit zweckgebunden und es werden gerne Kostenvoranschläge angefordert.
  • Ratenkredit – mitunter kann sich auch dieser Weg lohnen, allerdings nur, wenn sich die Maßnahmen im Rahmen halten und die Kosten somit eher gering sind. Es gibt beispielsweise etliche Kreditangebote, die sich auf den Möbelkauf beziehen.

Wer eine Badmodernisierung plant, der sollte ruhig auch in jüngeren Jahren direkt in die Richtung der Barrierefreiheit denken. Nicht nur gibt es eigens für diesen Zweck Fördermittel, die auch für jüngere Hausbesitzer gedacht sind, das Bad kann auch frühzeitig passend neu geplant werden. Da ebenerdige Duschen mit Sitzgelegenheit und Badewannen mit entsprechenden Griffen heute selbst in Designkonzepte integriert werden, wirkt der Raum nach der Neugestaltung auch nicht altersgerecht, sondern schlichtweg modern.

Badrenovierung: Sinnvolle Maßnahmen und deren Kosten
Die Kosten einer Badrenovierung variieren so stark wie der Geschmack bei der Einrichtung. Bildquelle: © Chastity Cortijo / Unsplash.com

Fazit – die Kosten der Renovierung variieren

Die gute Nachricht ist, dass jeder Eigenheimbesitzer Kosten einsparen kann, denn gerade bei Modernisierungen sind viele Handgriffe eigenständig zu erledigen. Wer beispielsweise die alten Fliesen eigenständig entfernt, der spart am Ende Geld. Ansonsten werden die Kosten von den geplanten Maßnahmen und den neuen Einbauten bestimmten. Hochwertige Materialien kosten natürlich wesentlich mehr und wenn Rohrleitungen oder Zuleitungen ausgetauscht oder versetzt werden, so steigen die Kosten ebenfalls an. Grundsätzlich stehen Eigenheimbesitzern aber Modernisierungskredite oder auch Förderkredite zur Verfügung. Kleinere Maßnahmen lassen sich teils über Ratenkredite oder vom Ersparten finanzieren. Einzig einen Fehler sollten Eigenheimbesitzer, die nicht von Fach sind, niemals begehen: Das Bad komplett eigenständig renovieren. Eine fehlerhafte Abdichtung genügt, um ernsthafte Schäden zu verursachen.

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