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Wieder Durchsuchungen wegen illegalem Musiktausch
Mittwoch, 25 Oktober 2006 | Autor: Polizei Paderborn

(mb) Zum vierten Mal in diesem Jahr haben Kriminalbeamte und ein Experte in Sachen illegalen Musikhandels in Paderborner Haushalten bei Durchsuchungen Computer sichergestellt. Im Focus der Ermittlungen stand das Feilbieten von Musikdateien in Internettauschbörsen.
Drei Strafanzeigen wegen Verstößen gegen das Urheberrecht, die eine Hamburger Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag der Musikindustrie bei der Paderborner Staatsanwaltschaft erstattet hatte, führten die Ermittler in drei Wohnungen in der Paderborner Kernstadt. 

Die proMedia- Gesellschaft zum Schutz geistigen Eigentums war bei gezielten Internetrecherchen auf die Computerbesitzer in Paderborn aufmerksam geworden und hatte festgestellt, dass von deren Festplatten hunderte von Musikdateien, sogenannten mp3-files, zum freien Herunterladen angeboten wurden.

Mit Durchsuchungsbefehlen standen die Polizeibeamten und der ProMedia-Gutachter am Mittwochmorgen vor der Wohnungstür der Tatverdächtigen. In einem Fall wurde niemand angetroffen, sodass die Durchsuchung verschoben werden musste. In den beiden anderen Fällen waren Familienväter zu Hause, die sich vollkommen ahnungslos dem Anliegen der Fahnder stellen mussten. Ziel der Durchsuchungen waren die Computer, die in den Zimmern der jugendlichen Söhne und Töchter standen. Auf den Rechnern wurden die Ermittler fündig. Sie fanden die erwarteten Musikdateien auf den Festplatten und stellten die PC's sicher. In einem Fall hatte der jugendliche Computernutzer seine Software zum Dateitausch bereits gelöscht. Er hatte möglicherweise von bundesweit geführten Durchsuchungen gehört. Auch die Paderborner Polizei hatte bereits über eigene Aktionen berichtet und Aufklärungsarbeit durch die Medien geleistet.

Die 15-jährige Tochter einer Familie bot nachweislich knapp 3000 Titel an. In Vernehmungen werden die Jugendlichen in den nächsten Tagen Stellung zu ihren Urheberrechtsverstößen nehmen müssen.

"Die strafrechtlichen Folgen werden mit Geldbußen oder Sozialstunden eher geringfügig sein", erklärte Kriminaloberkommissar Hans-Gerd Brodowski. Der Kriminalbeamte weiter: "Wegen der Urheberrechtsverletzungen wird die Musikindustrie jedoch auf zivilrechtlichem Wege gegen die Betroffenen vorgehen. Das kann durchaus eine fünfstellige Summe kosten."

Verständnis zeigten die Polizeibeamten gegenüber den ahnungslosen Eltern, die von dem weit verbreiteten illegalen Internetangeboten ihrer Kinder nicht wussten.

Als Sachverständiger in Sachen Online-Ermittlungen kennt Frank Lüngen von der proMedia-Gesellschaft die Reaktionen von Eltern: "Kommen wir in Familien, so wissen die Erwachsenen in vielen Fällen nicht, welche Software ihre Kinder installiert haben und was sie damit machen können." Der Experte weiß aber auch, dass die meisten Jugendlichen schon etwas von dem unerlaubten Musiktausch gehört haben.

"Das Internet ist nicht anonym", macht Lüngen deutlich. "Viele Anbieter glauben offenbar immer noch, dass sie unerkannt bleiben. Jeder Internetnutzer sollte aber wissen, dass bei Downloads immer die IP-Adresse und damit die Identität des eingesetzten Computers mit versandt wird."

Die gesamte Tauschprozedur, angefangen von der legal installierten Software, verläuft völlig kostenfrei. Da Musik - in den hier recherchierten Fällen aktuelle Popmusik - urheberrechtlich geschützt ist, darf sie nicht unerlaubt kopiert werden. Uns genau das ist in Internettauschbörsen der Fall. Jeder Download wird zur illegalen Kopie.

Der Paderborner Polizei liegen bereits weitere Anzeigen der Musikindustrie vor. "Auch in diesen Fällen werden Durchsuchungen stattfinden", mahnen Kriminalhauptkommissar Reinhard Böhmer und Kriminaloberkommissar Hans-Gerd Brodowski, die am Mittwoch mit Frank Lüngen in den Wohnungen der überraschten Väter gestanden haben.

Irgendwo im Kreisgebiet stehen die Ermittler in den nächsten Tagen oder Wochen mit Gerichtsbeschlüssen vor der Tür. Auch die unerledigte Durchsuchung vom Mittwoch wird bei einem Paderborner oder einer Paderbornerin für eine unangenehme Überraschung sorgen.

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