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Paderborner Team wird zweiter beim Russisch-Cup 2011
Montag, 31 Oktober 2011 | Autor: Dana Ritzmann

Spannendes Finale auf Schalke wird belohnt mit Reise nach St. Petersburg

Simon Hanna und Dimitrij Hess von der Gesamtschule Friedrich-von-Spee in Paderborn haben beim Finale des Bundescups 2011 „Spielend Russisch lernen“ den zweiten Platz gewonnen. Insgesamt 15 Zweierteams haben am vergangenen Wochenende auf Schalke in vier Spielrunden die Gewinner unter sich ausgemacht. Simon und Dimitrij dürfen nun gemeinsam mit einer Begleitperson auf Einladung von Lernidee Erlebnisreisen die russische Metropole St. Petersburg erkunden.

„Natürlich wäre ich lieber erster geworden, ich will immer ersten werden“, sagt der 20-jährige Dimitrij. Der Abiturient aus Paderborn ist sichtlich enttäuscht, aber sein Kumpel Simon baut ihn wieder auf. „Ich finde, wir haben uns gut geschlagen“, sagt der 20-jährige Westfale mit aramäischen Wurzeln. „Die Vokabeln waren ziemlich schwer und die Mädchen von der gegnerischen Mannschaft wirklich gut“, ergänzt Dimitrij schon etwas versöhnlicher. Und Spaß hatten die beiden Jungs trotzdem – sowohl beim Spielen selbst, als auch beim Fußball auf Schalke. Und zwischen den beiden Finalrunden am Samstag und am Sonntag waren sie nachts noch tanzen auf einem russischen Musikfestival in Dortmund. Jetzt geht’s demnächst gemeinsam ins Venedig des Nordens. „Das ist bestimmt eine ganze andere Welt“, sagt Simon, der schon im vergangenen Jahr beim Bundescup „Spielend Russisch lernen“ mitgemacht hat, allerdings schon in der Regionalrunde in Bochum scheiterte. In diesem Jahr hatte er einen neuen Spielpartner – Dimitrij - und da lief es richtig gut. Der 20-jährige ist ein echter Russischkönner, vor zehn Jahren kam er mit seiner Familie aus dem sibirischen Krasnojarsk nach Paderborn. Beim Russisch-Cup erwies dem Wahlwestfalen seine Muttersprache nun gute Dienste.

Für Andreas Priefler ist Russisch sogar Karriere entscheidend. Der Direktor für Kommunikation bei der Wintershall Holding betont, wie wichtig in seinem Unternehmen gute Mitarbeiter seien, die die russische Sprache beherrschen und die Kultur des Landes kennen. „Aus diesem Grund sind wir sehr engagiert in der Jugendarbeit“, so Priefler. „Wir wollen Barrieren abbauen im Hinblick auf Russland und Vorurteile bekämpfen. Der Bundescup ist dafür eine sehr gute Initiative.“

Dass Russisch auch etwas mit Fußball zu tun hat, zeigt sich in Gelsenkirchen, wo der Moskauer Energiekonzern Gazprom den legendären Kickerclub Schalke 04 unterstützt. Als ganz besonderes Highlight lädt die Gazprom Germania, auch Hauptsponsor des Bundescups „Spielend Russisch lernen“, bereits seit vier Jahren alle 32 Finalisten zu einem Heimspiel ins Stadion ein. Für die Schülerinnen und Schüler immer ein großartiges Erlebnis. So auch die Samstagspartie gegen 1899 Hoffenheim, die die Schalker haushoch gewannen und damit für viel Jubel bei den Kids sorgten.

„Die Jugendförderung ist ein wichtiger Teil unserer Sponsoringtätigkeit. Mit unserem Engagement im Fußball und im kulturellen Bereich fördern wir interessierte Schüler, um somit die deutsch –russische Brücke weiter auszubauen“, sagt Andreas Böldt von Gazprom Germania und verspricht, dass das Russischturnier auch 2012 wieder stattfindet. „Unser Geschäft ist geprägt von Langfristigkeit, das halten wir auch beim Bundescup so.“ Von russischer Seite wird das Sprachenspiel zum Russischlernen bereits im dritten Jahr vom Fond „Russkij Mir“ gefördert. Für dessen Europabeauftragten Alexej Gromyko ist das Projekt besonders wegen seiner Konzeption herausragend. „Es geht bei dem Sprachturnier nicht nur darum zu gewinnen, sondern vor allem um das miteinander spielen. Die Jugendlichen lernen zwar auch Vokabeln, aber vor allem lernen sie neue Freunde kennen und haben Spaß zusammen“, erklärt Gromyko.

Das Deutsch-Russische Forum organisiert das bundesweite Sprachturnier bereits zum vierten Mal, 14 Kultusminister der Länder übernahmen in diesem Jahr die Schirmherrschaft. Insgesamt haben 5400 Schüler beim Russisch-Cup mitgespielt. Dieser geht über drei Etappen: In diesem Jahr haben sich an der Vorrunde 240 Schulen beteiligt, anschließend gab es 16 Regionalrunden in elf Bundesländern, die wiederrum ihre Siegerteams zum Finale schickten.

Die Gewinnermannschaften des ersten und dritten Platzes kommen aus Gerstungen/Thüringen und Göttingen/Niedersachsen. Sie haben eine Reise mit Lernidee Erlebnisreisen nach St. Petersburg und Moskau bzw. eine Moskaureise auf Einladung des Goethe-Instituts Russland gewonnen. Für alle weiteren Finalisten gab es wertvolle Preise vom Cornelsen-Verlag und von buch.de. Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr parallel zum Russisch-Finale einen Wettbewerb im Speed-Dribbling, den die Stralsunderin Schülerin Sarah Kopmann für sich entschied und als Preis einen signierten Fußball von Schalke 04 mit nach Hause nimmt.

Das Sprachturnier „Spielend Russisch lernen“ basiert auf der deutsch-russischen Ausgabe des Brettspiels New Amici und dreht sich um Vokabeln und Landeskunde. Die Teilnehmer treten im „gemischten Doppel“ an: Ein Partner lernt die russische Sprache, der andere hat keinerlei Russischkenntnisse.

Der Bundescup wird seit 2008 vom Deutsch-Russischen Forum organisiert. Kooperationspartner des Projekts sind die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, das Goethe-Institut Russland, der Deutsche Russischlehrerverband und der Fachverband Russisch und Mehrsprachigkeit. Gazprom Germania ist von Anfang an Hauptsponsor des bundesweiten Sprachturniers, das außerdem von der Wintershall Holding, dem Fond Russkij Mir, dem Cornelsen-Verlag, dem FC Schalke 04, Lernidee Erlebnisreisen, der Vertriebsgesellschaft Californian Products mbH und der buch.de internetstores AG gefördert wird.


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