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Kommunale Dächer sollen vermietet werden
Dienstag, 13 Juli 2010 | Autor: Carsten Schmitt

DIP: Eon Westfalen Weser nicht zum "Genossen" machen

Paderborn. Eine Solarstromgenossenschaft soll demnächst in Paderborn an den Start gehen. Dafür will die Stadt Paderborn für Solarstrom geeignete öffentliche Dachflächen zur Verfügung stellen. Bürgerinnen und Bürger der Stadt sollen Anteilsscheine erwerben können, deren Preis aber noch nicht bekannt ist.

"Die Nutzung von erneuerbaren Energien auch in Paderborn voran zu treiben, ist sicherlich ein wichtiger Schritt", sagt Roswitha Köllner, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der DIP. Eine solche Herangehensweise entspricht auch der jüngsten Studie des Umweltbundesamtes. Diese kommt zu dem Ergebnis, dass bei konsequenter Nutzung der Stromhunger Deutschlands bis 2050 ausschließlich durch erneuerbare Energien zu stillen sei.

Auch in anderen Kommunen des Kreises werden genossenschaftliche Modelle vorbereitet, z.B. in Bad Lippspringe. "Hier gibt es aber einen entscheidenden Unterschied", betont Roswitha Köllner. "Nur die Stadt Paderborn will sich den regionalen Energieversorger Eon Westfalen Weser ins Boot holen."

Vor dem Hintergrund, dass der Rat der Stadt eine Arbeitsgruppe eingesetzt hat, die die Möglichkeiten einer Rekommunalisierung der Energieversorgung prüfen soll, fragt sich Roswitha Köllner: "Warum soll mit einer Solarstromgenossenschaft eine strategische Entscheidung für Eon getroffen werden? Meint Bürgermeister Paus es mit der Prüfung wirklich ernst?"

Eine Beteiligung des Energieversorgers ist überhaupt nicht notwendig. Vielmehr könnte in diesem Bereich schon eine Aufgabe von "neuen Stadtwerken" liegen. Die Paderborner Kommunalbetriebe sind schon dabei, auf drei Objekte großflächige Anlagen zu installieren. "Warum wird auf diesem Weg nicht einfach weiter gegangen? Vor dem Hintergrund der Haushaltssituation ist es völlig unverständlich, dass auf eine dauerhafte Einnahmemöglichkeit verzichtet wird", kritisiert Köllner das Vorhaben, "die Bürgerschaft, vor allem Familien, werden durch die Sparmaßnahmen massiv belastet. Deshalb müssen zunächst eigene Finanzquellen erschlossen werden. In diesem Fall auch noch ökologisch sinnvolle".

Den Bürgern tut Paus mit der von ihm geplanten Stärkung von Eon jedenfalls keinen Gefallen. Und wäre es nicht Aufgabe eines Bürgermeisters, das Wohl der Bürgerinnen und Bürger im Auge zu behalten?


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