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Inklusion: Paderborn erst am Anfang
Samstag, 19 November 2011

150 Interessierte bei Veranstaltung mit Prof. Dr. Jutta Schöler (Berlin)

Image Paderborn. 150 Interessierte, darunter zahlreiche Lehramtsanwärter der Universität, wollten mehr wissen zum Thema Inklusion. Eingeladen hatte die Ratsfraktion der Demokratischen Initiative Paderborn (DIP) in Kooperation mit der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Kreistagsfraktion der Linken und den Paderborner Assistenz Diensten (PAD).

Moderatorin Roswitha Köllner, Ratsfrau der DIP, wies in ihrer Begrüßung darauf hin, dass der Veranstaltungsort Aspethera nicht ohne Grund gewählt wurde. Hier werden 32 Jugendliche mit besonderem Förderbedarf ausgebildet.

Bernd Keiter, Vorstandsmitglied der GEW, erklärte in einem Grußwort gleich zu Beginn: „Für die GEW Paderborn steht fest: Die Schule der Zukunft wird eine inklusive sein!“ Bis dahin sei es noch ein weiter Weg. Seit März 2009 ist Artikel 24 der UN-Konvention für die Rechte behinderter Menschen geltendes Recht in Deutschland. Damit verpflichten sich die Vertragsstaaten, „dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen, inklusiven, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben“.

Prof. Dr. Jutta Schöler, emeritierte Erziehungswissenschaftlerin aus Berlin, beschäftigt sich seit 30 Jahren mit dem Thema. Sie verwies auf Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern. In Italien gibt es schon seit fast 30 Jahren keine Sonderschulen mehr. „Die skandinavischen Länder, Island und auch Österreich sind deutlich weiter als Deutschland,“ so Schöler, „wer wissen will, wie inklusiver Unterricht funktioniert, kann das sehr gut z.B. in Südtirol studieren. Da gibt es auch keine Sprachbarrieren.“

Immer wieder würde in der Diskussion das Kostenargument angeführt. Prof. Schöler: “Wenn tatsächlich die Kosten des gegenwärtigen Sonderschulsystems nicht eingespart, sondern konsequent in die Regelschulen verlagert werden, steht genügend Geld zur Verfügung“. Schon heute sind die Kosten pro Schüler an Förderschulen mit 13.100 € mehr als doppelt so hoch wie z.B. an Hauptschulen.

In der Diskussion meldeten sich zahleiche Eltern und Lehrer zu Wort und berichteten aus der Praxis.

Fazit von Prof. Jutta Schöler am Ende einer mehr als interessanten Veranstaltung: „Wer Inklusion will, findet Wege. Wer Inklusion nicht will, findet viele Gründe, auch die ersten Schritte nicht zu wagen“.


Foto: Machten sich stark für Inklusion, v.l.n.r.: Moderatorin Roswitha Köllner (DIP), Prof. Dr. Jutta Schöler, Helmut Kölling (PAD), Martina Schu, Fraktionsvorsitzende Kreistagsfraktion Die Linke, Reinhard Borgmeier, Fraktionsvorsitzender Ratsfraktion DIP, Bernd Keiter (GEW)

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