Medizin im Fußball

Medizin im Fußball

-Ein Heimspiel in der Benteler-Arena für das Sportmedizinische Symposium 2019-

Nach 12 Jahren am Flughafen-Paderborn/Lippstadt fand am 10. April das 13. Sportmedizinische Symposium erstmalig in der Benteler-Arena in Paderborn statt. Passend zum Veranstaltungsort stand Medizin im Fußball im Zentrum der Fort- und Weiterbildung für Ärzte, Physiotherapeuten, Athletiktrainer und weitere in der Sportbetreuung Aktive.

Das wissenschaftliche Programm hatte Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger vom Sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn zusammengestellt und gemeinsam mit der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, dem Sportärztebund Westfalen-Lippe und der brain@sports foundation das Symposium geplant und ausgerichtet. Einen interdisziplinären Querschnitt durch aktuelle medizinische Themen im Fußball versprach die Auswahl der Referenten, Interaktion zwischen Teilnehmern und Experten waren ausdrücklich erwünscht.

Der Anpfiff erfolgte zum Thema „Return To Sports nach Knieverletzungen im Fußball“ durch Dr. Alli Gokeler (Physiotherapeut und Wissenschaftler, Angewandte Trainingswissenschaften, Universität Paderborn) der eindrucksvoll klarmachte, dass die Rückkehr zur vorherigen Spielstärke nach Knieverletzungen oft mehr Zeit braucht, als im Leistungssport praktiziert. Mitte der 1. Halbzeit referierte Dr. Ulrich Schneider (Sportklinik Hellersen und 1. Vorsitzender des Sportärztebund Westfalen) zum Thema „Doping – Fallstricke aus der Praxis“. Eine Übersicht zu verbotenen Substanzen und Methoden, Erfahrungen aus der Praxis, Fallbeispiele und wertvolle Tipps, um den Sport gemeinsam sauber zu halten, waren Kerninhalt des Vortrages.

Noch vor der Halbzeitpause stellten Prof. Dr. Jochen Baumeister und Prof Dr. Dr. Claus Reinsberger das „Neuroathletik-Training zwischen Evidenz, Placebo und Voodoo“ in den Mittelpunkt ihres Vortrages und fassten kritisch zusammen, dass bislang keine Evidenz für die „Trainingsmethode“ vorliegt und das Gehirn nicht wie ein Muskel verstanden werden sollte. Trotzdem stecke hinter dem Ansatz viel Potential für den Sport, so die Professoren der Universität Paderborn.

Spannend startete auch die 2. Halbzeit mit dem Vortrag von Prof. Dr. Tim Meyer (Ärztlicher Direktor des Instituts für Sport und Präventivmedizin der Universität des Saarlands). Der Vorsitzende der medizinischen Kommission des Deutschen Fußballbunds (DFB) und Mannschaftsarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft (Männer) stellte Sporttauglichkeitsuntersuchungen im Fußball vor und setzte deutsche Regularien in den internationalen Vergleich. An aktuellen nationalen und internationalen Daten zum plötzlichen Herztod im Sport erläuterte er eindrucksvoll die plausible Forderung nach länder-, geschlechts- und altersspezifischen Anpassungen der Sporttauglichkeitsuntersuchungen im (Leistungs-)Sport und gab zugleich wichtige Hinweise für verantwortungsvolles Handeln in der Praxis.

Ein Heimspiel war der letzte Teil der 2. Halbzeit für Dr. Matthias Porsch (Orthopaedicum Paderborn und Mannschaftsarzt des SC Paderborn 07). Sein Vortrag zu „Knieverletzungen beim Fußball“ füllte die Spielzeit mit aktuellen Informationen und Erfahrungen aus der Praxis zur Häufigkeit von Knieverletzungen im Fußball, typischen Ursachen und Risiken sowie den aktuellen Standards der oft schwer zu behandelnden Verletzungen.

Nach dem Abpfiff bedankte sich Claus Reinsberger beim SC Paderborn 07, der ein fantastischer Gastgeber war, bei den Referenten für kurzweilige, spannende Vorträge, bei den Teilnehmern für aktive Diskussion und bei den Partnern der Veranstaltung für die Unterstützung. Nicht jedoch ohne eine Einladung für das nächste Jahr auszusprechen, mit dem Wunsch, dass man sich wieder in der Benteler-Arena treffen möge.

Traditionell wird das Symposium durch die Apotheke im MediCo unterstützt und durch die brain@sports foundation organisiert und umgesetzt.

Foto: Sportmedizinisches Institut – Universität Paderborn

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