Wie weiter mit den RWE-Aktien?

Vergangenen Montag haben sich Vertreter*innen von Fossil Free Münster im LWL-Landeshaus mit Matthias Löb, dem Direktor des LWL getroffen und über die Zukunft der LWL-eigenen RWE-Aktien gesprochen.

Wie weiter mit den RWE-Aktien?
v.l.: Gustav von Blanckenburg, Leandra Praetzel, Jörg Rostek (alle Fossil Free Münster) mit Matthias Löb (LWL-Direktor). ©Fossil Free Münster

Fossil Free Münster betonte die Bedeutung, die der Verkauf der RWE-Aktien hätte. Der LWL würde so nicht nur ein Zeichen für den Klimaschutz, sondern auch ein Signal an alle weiteren Kommunen senden, die noch immer RWE-Aktien hielten und so die Klimakrise mitfinanzierten. Die 130 Millionen Euro Finanzvolumen, welche die RWE-Aktien des LWL umfassten, müssten sinnvoller angelegt werden. Der LWL habe als öffentliche Einrichtung die Pflicht, den Klimaschutz voranzutreiben, anstatt ihn durch eine RWE-Beteiligung zu untergraben.

LWL-Direktor Matthias Löb zeigte sich einem Verkauf der RWE-Aktien zugewandt, lenkte den Blick aber auf das demokratische Verfahren innerhalb des LWL. Auch wenn mittlerweile zahlreiche Kommunen, Stiftungen und Versicherungen Aktien von klimaschädlichen Unternehmen ablehnten, seien noch nicht alle politischen Fraktionen in der Landschaftsversammlung von der Sinnhaftigkeit eines Aktienverkaufs überzeugt. Löb betonte, dass er sich in der verbandsinternen Argumentation auf finanzpolitische Erwägungen konzentriere: Er empfehle einen Verkauf schon deswegen, weil ein Investment von 130 Millionen Euro in die Aktien eines einzigen Unternehmens per se eine risikobehaftete Einzelanlagestrategie darstelle. Sicherer sei es, die Vermögensanlage breit zu streuen, so Löb. Außerdem sei der Einfluss des LWL auf die Unternehmenspolitik von RWE zu gering, um damit das Halten der RWE-Aktien zu rechtfertigen.

Löb erläuterte weiter, dass er auf Wunsch der politischen Gremien derzeit einen Vorschlag erarbeite, für welche Zwecke ein evtl. Veräußerungserlös verwendet werden sollte. Auch dies werde in den politischen Meinungsbildungsprozess mit einfließen. Der Implementierung von eigenen ökologisch nachhaltigen Anlagerichtlinien stand er skeptisch gegenüber. Stattdessen lenkte er den Blick auf die EU-Ebene. Dort würde derzeit die Idee eines “Labels” für Finanzprodukte verfolgt, die ökologische und soziale Kriterien in den Vordergrund stellten. Dies könne auch für den LWL ein sinnvoller Orientierungspunkt in Sachen zukünftige Anlagekriterien sein.

Leandra Praetzel von Fossil Free Münster kommentiert das Gespräch: “Wir freuen uns, dass Matthias Löb unser Anliegen unterstützt, jedoch wünschen wir uns eine wesentlich größere Entschlossenheit im Verkaufsprozess. Die Klimakrise ist ein dringendes Problem, deshalb sollte der LWL visionär vorangehen, anstatt die Verantwortung auf höhere Ebenen abzuschieben. Deshalb werden wir das Verfahren weiterhin kritisch begleiten und laden alle Menschen in Münster ein, es uns gleichzutun.”

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